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[PS3] Little Big Planet Dezember 13, 2008

Posted by grasimar in Jump'n'Run, Playstation 3.
trackback

von Sony Computer Entertainment
ASIN: B001F513WI
Preis: 61,40 EUR

cover

Eigentlich bin ich immer ein wenig skeptisch, wenn Spiele-Entwickler ihre Produkte als innovative Neuerung anpreisen. Gerade pünktlich zum nahenden Weihnachtsgeschäft bringt Sony mit „Little Big Planet“ ein Spiel heraus, dass vor Innovationen nur so strotzen soll.
Man geizt nicht mit großen Worten und „eröffnet ab sofort das Zeitalter des Gaming 3.0“ und „besetzt ein völlig eigenes, neues Genre: das Kreativspiel“.
Wahrlich große Ankündigungen und ein Grund das Spiel auf Herz und Nieren zu prüfen.

Der erste Höhepunkt von „Little Big Planet“ kommt einem aus den Boxen entgegen, denn für das Tutorial wurde mit Gordon Piedesack jeman verpflichtet, dessen Stimme sehr angenehm klingt und sehr gut zu der entspannten Atmosphäre des Spiels passt.
In „Little Big Planet“ schlüpft der Spieler in die Haut … oh, sorry … in den Stoff eines Sackboys oder eines Sackgirls. Da sind kleine putzige Stoffpuppen mit denen man in den schrägen Welten von „Little Big Planet“ bestehen muss.

Im Kern ist „Little Big Planet“ ein klassisches Jump’n’Run. Es gibt thematische Oberwelten, die in verschiedenen Leveln unterteilt sind, in denen man Bonus-Spiele und jede Menge Dinge frei spielen kann, die man dann benutzen kann, um sich kreativ auszutoben.
Dazu gehören Kleidungsteile und Accessoires für seinen Sack-Avatar, Sticker – das sind virtuelle Aufkleber, mit denen man die Level verschönern kann -, und Gegenstände die man benutzen kann, um eigene Level zu entwerfen.
Die sehr niedlichen Spielfiguren bewegen sich dabei in Spielwelten, die aussehen, als wären sie aus verschiedenen Materialien zusammengeflickt worden. Dabei beherrschen sie ein Move-Repertoire, dass ziemlich klassisch daher kommt: Sie können springen, Dinge schieben oder ziehen, sich festhalten und schwingen. Da brauchen sie denn auch, denn in den einzelnen Level gibt es jede Menge Dinge mit denen man interagieren kann. Ein Sackboy/girl kann aber noch mehr, denn auf Tastendruck lächelt es, lässt den Kopf hängen oder schaut grimmig drein. Mit den Analogsticks lassen sich sogar seine Ärmchen bewegen. Nettes Gimmicks, die aber im Spiel nicht wirklich von Nutzen sind. Die einzelnen Spielwelten (ca. insgesamt 50 Level) sind herausfordernd, ohne aber unfair zu sein. Der besondere Clou ist aber, dass die Macher von „Little Big Planet“ einen großen Wert auf eine realistische Spielphysik gelegt haben. So verhalten sich alle Gegenstände auf dem Bildschirm auch wirklich so, wie die Physik es vorsieht.

Natürlich ist die Idee Level mit Sticker zu verschönern ganz nett und auch die Tatsache, dass man sein Sackboy/girl nach Lust und Laune umgestalten und dadurch zu individualisieren, weiß zu gefallen, doch der wirklich kreative Teil von „Little Big Planet“ ist der Level-Editor.
Ich muss schon zugegeben, dass mir bisher kein Level-Editor untergekommen ist, der so viele Möglichkeiten bietet sich kreativ auszutoben, dabei aber so intuitiv von der Hand geht. Es macht wirklich Spaß Dinge in einen leeren Raum zu platzieren und zu sehen, wie aus einem Gedanken langsam eine eigene Spielwelt entsteht. Allerdings ist das Ganze auch mit ein wenig Arbeit verbunden, denn bevor man ein funktionstüchtiges Level erschafft hat, kann schon die eine oder andere Stunde vergehen. Ist man dann mit seinem Ergebnis zufrieden, hat man die Möglichkeit seine Schöpfung hoch zu laden und sie damit der LBP-Online-Gemeinschaft zugänglich zu machen. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich, dass man auch in den Spielwelten eintauchen kann, die andere geschaffen haben. Inzwischen gibt es schon eine Vielzahl mehr oder weniger gelungener Level, in denen man mit bis zu drei weiteren Sackboys/girls spielen kann.
Auf dieses Online-Feature kann man übrigens auch in den normalen Spiellevel zurückgreifen, was auf jeden Fall Sinn macht, weil in jedem Level gewisse Rätsel versteckt sind, die man nur zu Zweit lösen kann. Wer also wirklich alle Gegenstände in einer Spielwelt abräumen will, muss auf die Hilfe eines weiteren Sackboys/girls bauen.

Aus technischer Sicht brilliert „Little Big Planet“ mit erstaunlich plastischer Grafik, die teilweise wirklich aussieht, als würde sie aus Stoffen, Kork oder Holz bestehen. Die bereits erwähnte Spielphysik und die einfache aber präzise Steuerung runden das Spielerlebnis gekonnt ab.
Auch in musikalischer Hinsicht konnte mich „Little Big Planet“ auf ganzer Linie überzeugen, denn die Songs passen thematisch sehr gut zu den einzelnen Spielwelten und haben zum Teil sogar Ohrwurmqualität.

Die Behauptung ein neues Spielgenre geschaffen zu haben, halte ich für einen Wunschgedanken der Sony-Marketing-Abteilung. Klar, „Little Big Planet“ steckt voller netter Idee und der Level-Editor gehört ohne Zweifel zu den besten seiner Art, aber ein neues Gaming-Zeitalter wird dieses Spiel nicht einläuten. Vielmehr sehe ich die kreative Leistung von „Little Big Planet“ eher in der außergewöhnlichen Thematik des Spiels und der spielerischen Leichtigkeit mit der die Spieler ihre Kreativität in das Spiel einbringen können.

„Little Big Planet“ ist ein sehr gelungenes Jump’n’Run, das frischen Wind in das Genre bringt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Kein Meilenstein, aber trotzdem ein ausgezeichnetes Spiel.
Gerade für Kinder und Junggebliebene bietet es sehr viel Spielspaß, ohne Gewalt, dafür aber mit einer großen Prise kreativen Potentials. Die niedliche Optik bringt den härtesten Kerl zum schmelzen und wer seinen Sackboy/girl einmal lieb gewonnen hat, wird so schnell das Joypad nicht mehr zur Seite legen können.

von X-zine

Kommentare»

1. gordon piedesack - Februar 8, 2009

Hallo, woher haben Sie die Information mit Christian Brueckner als Sprecher? HG GP

2. grasi - Februar 8, 2009

Hi. Ich habe die Info nirgendwo her. Einfach nur seine Stimme erkannt. Ist ja schon sehr einzigartig.

3. grasimar - Februar 23, 2009

So kann man sich irren. :)