[Cthulhu] Cthuloide Welten # 15 Januar 15, 2009
Posted by grasimar in Cthulhu, Rollenspiele.trackback
von Pegasus
Artikel-Nr. CWoo15
Preis: 8,95 EUR
Kaum ein Rollenspiel in Deutschland erfährt so eine Unterstützung wie Cthulhu. Neben dem regelmäßigen Produktausstoß, der sehr lebendigen Community und der Präsenz auf allen wichtigen Cons und Messen, haben sie mit den Cthuloiden Welt ein Magazin am Start, dass zwar nur zweimal pro Jahr erscheint, aber bisher sowohl durch Qualität und wie auch durch Quantität überzeugen konnte.
Inzwischen sind die Cthuloiden Welten schon im 7. Jahrgang und die Ausgabe # 15 kommt mit 140 Seiten vollbepackt mit Material für Cthulhu daher, bei einem Preis von gerade mal 8,95 EUR.
Nach dem Vorwort von Frank Heller, in dem er erklärt, warum es nur zwei Ausgaben pro Jahr gibt, und ein paar cthuloide News, geht es direkt mit einem neuen Regionalia für Cthulhu los.
„Wo die Heide Blüht“ ist eine ausführliche Beschreibung der Lüneburger Heide der 20er Jahre aus der Feder von Stefan Geisler. Reich bebildert und mit vielen Szenarioideen gespickt, schafft es dieser 24-seitige Artikel wirklich einen guten Einblick in Land und Leute der Region zu geben. Es macht auf jeden Fall Lust mal ein-zwei Abenteuer in der Heide zu spielen/leiten.
Ergänzt wird dieser Abschnitt noch durch die „Esoterische Bruderschaft der Schwarzen Mutter“, ein Kult der sein Unwesen in der Heide treibt.
„Spuk im Gemäuer“ ist der zweite Teil des Artikels über geisterhafte Gebäude in Deutschland. Neben einigen klassischen Locations, wie die Burg Frankenstein, findet man hier vor allem aktuelle Spukhäuser, die sich mit ein bisschen Arbeit zu schönen Spots für Abenteuer machen lassen.
Oliver Fedtke, seinerseits der Macher des Fanzines „Der Ruf“, entführt den Leser in das Deutschland der 20er Jahre und stellt ihm die Reichswehr genauer vor. Neben einen Einblick in die Geschichte und die Organisation dieser Armee, kann dieser Artikel vor allem durch die Liebe um Detail überzeugen. So findet man hier die verschiedenen Fahnen der Reichswehr, die Dienstgrade sowie das Gelöbnis der Soldaten. Natürlich gibt es noch einen Abschnitt über die Möglichkeit Spielercharaktere in der Reichswehr zu integrieren.
Der nächste Artikel beleuchtet einige berühmte Forscher und Expeditionsleiter. Die Beschreibungen sind recht kurz geraten, können sich aber durchaus als nützlich erweisen.
Anschließend lernen wir Scott David Aniolowski kennen, ein alter Hase der amerikanischen Cthulhu-Redaktion, der in einem Interview aus seinem Leben plaudert.
Thomas Michalski wirft in „Fertigkeiten hinterfragt“ einen kritischen Blick auf die Fertigkeiten von Cthulhu und bietet einige Möglichkeiten (zB durch Spezialisierungen) das Fertigkeitensystem zu verbessern. Gute Sache das.
Im Artikel „Wie man das Unaussprechliche beschreibt“ bekommt der Spielleiter einige Tipps, wie er das Böse besser beschreiben kann. Die Vorschläge beziehen alle Sinne mit ein und sind auf jeden Fall nützlich. Genau so wie die Tipps von Markus Johanus, der beschreibt wie man die Spannung über mehrer Abende erhalten kann.
Was wäre ein Ausgabe der Cthuloide Welten ohne Abenteuer. In der 15 Ausgabe findet man zwei davon, wovon eines in den 20er Jahren in Großbritannien spielt und das andere für Cthulhu now ist.
„Girnwod Manor“ entführt die Spieler in ein walisisches Herrenhaus, wo sie einer Hochzeitsfeier beiwohnen sollen. Doch die Feier verläuft nicht geplant, denn Eifersucht und ein alter Schrecken aus dem Wald, machen den Spielern das Leben schwer. Ein dickes Lob an Andreas Melhorn, der hier ein Abenteuer geschaffen hat, das die Spieler in die Enge treibt, dabei aber noch so flexibel aufgebaut ist, dass der Spielleiter sehr gut auf die Taten der Charaktere eingehen kann.
„Abwärts“ heißt das Abenteuer für Cthulhu Now, das aus der Feder von Peer Kröger stammt und in New York spielt. Das Abenteuer ist allerdings für eine Gruppe vorgefertigte Charaktere geschrieben, was es eher für einen gruseligen Abend oder für Cons prädestiniert. Das Abenteuer umzubauen und auf eine bestehende Gruppe umzuschreiben, ist sehr schwierig.
Sehr cool finde ich die Idee, dass das Abenteuer in Echtzeit abläuft, was bedeutet, dass jede echte Minute auch im Abenteuer verrinnt. Die Geschehnisse nehmen ihren Lauf, als die Charaktere in dem Aufzug eines Hochhauses stecken bleiben (Ähnlichkeiten zum Film Abwärts mit Götz George sind nicht zufällig und durchaus gewollt). Als erste komische Geräusche aus dem Fahrstuhlschacht kommen und übernatürliche Dinge passieren, wird den Charakteren schnell klar, dass sie sich in einer sehr gefährlichen Situation befinden. Wie werden sie reagieren?
Ein wirklich sehr gelungener One-Shot, der viel Spaß und ein paar sehr gruselige Stunden verspricht.
Die 15. Ausgabe von Cthuloide Welten ist eine wirklich runde Sache. Für 8.95 EUR (dafür kriegt man anderswo noch nicht mal ein Spielleiterschirm) bekommt man 140 Seiten vollbepackt mit Spielmaterial, das sich auch noch sehr gut lesen lässt. Cthulhu Spielleiter werden auch an dieser Ausgabe nicht vorbeikommen. Ich wünschte, es würde mehr solche Magazine in Deutschland geben.
Hi Grasi.
Wirklich „Midgardpress“?
Gruß
Bernd
Ne, das war ein Aussetzer. Wird korrigiert, danke.