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[PS3] Killzone 2 Februar 22, 2009

Posted by grasimar in Action, Playstation 3.
trackback

von Sony Computer Entertainment
ASIN: B001Q9EQ0O
Preis: 64,99 EUR
Cover

In keinem Genre der Videospiellandschaft kommt es so oft vor, dass Spiele schon vor ihrer Veröffentlichung als neuer Meilenstein gepriesen werden, wie bei den Ego-Shootern. Schon im vorigen Jahr wurde HAZE im Vorfeld hoch gelobt (vor allem von den Entwicklern), konnte die Massen der Heim-Sofa-Krieger aber nur bedingt beigeistern. Auch „Killzone 2“, mit einem Budget von 16 Millionen Euro immerhin Hollands größtes Multimedia-Projekt ist, schürte bei den Ego-Shooter-Fans ähnlich große Erwartungen, was zum Teil am unerwarteten Erfolg des Vorgängertitels auf der PS 2 liegen mag, aber auch an den beeindruckenden Trailer des Spiels, die vom Entwicklerteam Guerilla Games im Umlauf gebracht worden sind. Sony Computer Entertainment war so gut uns vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin (25.02.2009) eine Version des Spiels zur Verfügung zu stellen, damit wir den „nächsten Ego-Shooter-Knaller“ auf Herz und Nieren überprüfen können.

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Rache ist Blutwurst
Im Vorgängertitel „Killzone“ galt es die Erde vor der Invasion der Helghast zu schützen, was dank dem Einsatz einer begeisterten Spielerschaft glücklicherweise gelungen ist. Damit es nicht zu einem erneuten Versuch kommt, machen sich die Streitkräfte der Erde – die I.S.A. – auf nach Helghan, dem unwirtlichen Heimatplaneten der verhinderten Invasoren, um ein für alle Male die potentielle Gefahr zu bannen. Die Spieler schlüpfen dabei in die Haut von Tomas „Sev“ Sevchenko, einem einfachen Soldaten, der mit seinem Trupp die Speerspitze der Invasion bildet. Das primäre Ziel dieses Trupps ist der Palast von Scolar Visari, dem Herrscher von Helghast.

Die Geschichte von „Killzone 2“ ist sehr geradlinig, denn Intrigen oder ähnliche Mätzchen sucht man hier vergebens. Dafür wurde sie in bester Hollywood-Manier inszeniert und trotz mangelnder Turns and Twists wird man sofort von den Geschehnissen gepackt und erst wieder losgelassen, wenn der Abspann über den Bildschirm flimmert. Obwohl das Entwicklerteam aus Holland kommt, ist die Story von „Killzone 2“ sehr amerikanisch. Zuweilen hatte ich das Gefühl an der Invasion Bagdads teilzunehmen, nur dass die Gegner eher aus einem japanophilen Nazi-Alptraum entstiegen sind.

Granaten am morgen, Tag ohne Sorgen
Von der ersten bis zur letzten Sekunde treibt „Killzone 2“ den Spieler durch die unwirtliche Umwelt von Helghast. Was man dabei auf die Augen und Ohren bekommt ist wahrlich ein Leckerbissen, den ich so bisher auf der Playstation 3 nicht erlebt habe. Die aufwendigen Licht- und Schatteneffekte sind wirklich beeindruckend, und ziehen den Spieler sofort in die dreckig-düstere Atmosphäre des feindlichen Planeten. Selbst wenn um Sev herum die Hölle einbricht, wenn Kugel- und Granatenhagel auf ihn und seine Mitkämpfer regnen, bleibt die Grafikengine stabil und nur ganz selten kommt es mal zu Slowdowns, die aber nicht störend wirken. Hier stimmt wirklich alles, von den sehenswerten Partikeleffekten, über die flüssigen Animationen bis hin zur Weitsicht, die oftmals einen beeindruckenden Blick auf das Kriegsgeschehen in der Ferne erlaubt.

Begleitet wird das Vorankommen von Sev und seinen Mannen durch eine episch-orchestrale Musik, die sich vor der Musikuntermalung einer Filmproduktion nicht verstecken muss. Auch die Schlachtengeräusche sind sehr realistisch und tönen natürlich in einwandfreiem 5.1 Dolby-Digital Sound aus den Boxen.

Krieg ist ein Spiel bei dem man Lächelt
Wenn es etwas gibt, das einem das Spielvergnügen bei einem Ego-Shooter verderben kann, dann ist es eine miese Steuerung. Dabei kann das Geschehen auf dem Bildschirm noch so beeindruckend sein. Bei „Killzone 2“ gibt es in dieser Hinsicht keinen Grund zu klagen.
Hat man sich erst einmal für eine Tastenbelegung entschieden, bekommt man recht schnell ein gutes Gefühl für die Steuerung. Sehr gelungen ist die Fähigkeit Sevs sich hinter Gegenständen in Deckung zu bringen. Das ist auch wirklich von Nöten, denn die Truppen der Helghast sind alles andere als Kanonenfutter. Sie bewegen sich meist in kleinen Formationen, die sich gegenseitiges Feuerschutz geben, und den Spieler dazu zwingen taktisch clever vorzugehen. Wer einfach nur drauf losläuft und ballert, wird bei „Killzone 2“ nicht alt. Leider sind die eigenen Leute nicht ganz so intelligent wie die Gegner, und so kommt es manchmal vor, dass sie ungünstig im Weg oder in der Schussbahn stehen, oder einfach im falschen Moment auf die Gegner losstürmen.

Das Design der Level bei „Killzone 2“ ist größtenteils ansprechend. Es gibt zwar einige wenige Passagen, die schlauchartig verlaufen, doch die meisten Level sind recht offen gehalten und lassen somit auch viel Freiraum für taktischen Vorgehensweisen.
Um nicht sinnlos in den Bereichen herum zu irren, gibt es eine Taste, mit der man sich den Weg zum nächsten Ziel aufzeigen lassen kann.

bild2Natürlich darf auch bei diesem Titel eine große Auswahl an Waffen nicht fehlen. Zu der Grundausrüstung gehören eine Pistole und ein Messer, doch meistens vergnügt man sich mit Sturm- oder Maschinengewehr. Mein Favorit, das Scharfschützengewehr, kommt genau so zum Einsatz, wie Flammenwerfer oder tragbare Raketenwerfer.
Für ein wenig Abwechslung sorgen die Einsätze, die man in Fahrzeugen – wie in einem Panzer oder in einem Exoskelett (wir erinnern uns an Alien 2) – durchführen muss.

Ein Feind unter Feinden
Wie es sich für einen PS3-Titel gehört, besitzt „Killzone 2“ auch einen Mehrspielermodus.
Es gibt dabei sieben verschiedene Klassen (Gewehrschütze, Kundschafter, Taktiker, Sanitäter, Saboteur, Ingenieur, Sturmsoldat), die allesamt spezielle Fähigkeiten besitzen. So kann zum Beispiel der Saboteur in die Uniform eines gefallenen Gegners schlüpfen und feindliche Stellungen in die Luft sprengen. Dieses Klassensystem garantiert interessante taktische Gefechte, fernab von dröger Ballerei. Inwiefern noch weiteres Material zum Download angeboten wird, kann man bisher noch nicht sagen, ich hoffe auf jeden Fall, dass es dazu kommt, denn der Mehrspieler-Modus von „Killzone 2“ hat das potential ein echter Renner zu werden. Ergänzend gibt es noch einen Offline-Mehrspieler-Modus, in dem man es mit Bots statt menschlichen Gegnern zu tun bekommt.

Stell’ dir vor es ist Krieg und keiner geht hin
„Killzone 2“ ist tatsächlich ein echter Ego-Shooter-Kracher geworden und wird den hohen Erwartungen in beinahe jeder Hinsicht gerecht. Einzig das dämliche Verhalten der eigenen Kameraden und die Tatsache, dass der Kampagnenmodus etwas zu kurz geraten ist, trüben das Spielvergnügen ein wenig. Doch trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist dieses Spiel über alle Zweifel erhaben und läutet das PS3-Jahr 2009 mit einem Paukenschlag ein. „Killzone 2“ dürfte bei vielen Ego-Shooter-Fans die Augen zum glänzen bringen und hat das Zeug ein neuer Klassiker des Genres zu werden.

Bitte beachten:
Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
Typisches Erwachsenenspiel in Idee, Konzept und atmosphärischer Umsetzung, zumeist mit einem hohen Grad an virtueller Gewalt gegen menschlich gestaltete Spielfiguren.

Von der X-Zine