[PS3] Resident Evil 5 April 8, 2009
Posted by grasimar in Action, Playstation 3.trackback
von Capcom
Asin: B001NGP7LC
Preis: 69,99 EUR
Endlich ist es soweit!
„Resident Evil“ ist nun auch auf der Next-Gen Plattform angekommen und der fünfte Teil der beliebten Horrorserie entführt die Spieler ins ferne Afrika, wo eine neue untote Gefahr auf den Hauptdarsteller Chris Redfield wartet. Dass es im Vorfeld zu einem Zerwürfnis zwischen dem Resident Evil Erfinder Shinji Mikami und Capcom kam – bei dem der Urvater der Serie gesagt haben soll, dass er das Spiel so nicht spielen würde -, lässt natürlich aufhorchen und wirft die Frage auf, ob das bedeutet, dass „Resident Evil 5“ einen komplett neuen Weg einschlägt oder auch nicht.
Um das mal vorweg zu nehmen: „Resident Evil 5“ ist immer noch ganz klar als ein Teil der Serie zu erkennen, auch wenn es einige Neurungen gibt. Zwar sind diese weniger auffällig als noch beim Vorgänger, wo das Spielprinzip noch kräftig umgekrempelt wurde. Chris Redfield ist inzwischen ein Mitarbeiter der Bioterrorism-Security-Assessment-Alliance (BSAA) und soll in Afrika (in einem imaginärem Land namens Kijuju) einigen Bioterroristen das Handwerk legen und den Waffenhändler Ricardo Irving gefangen nehmen. Doch wie es bei Resident Evil nun mal so ist, kommt alles anders und Chris bekommt es mit vielen fiesen Monstern und alten Bekannten zu tun. Glücklicherweise ist er diesmal nicht alleine, denn mit Sheva Alomar steht ihm eine Mitstreiterin zur Seite, die sowohl Aussehen wie auch Nutzen zu einer tödlichen Symbiose vereint.
Das ist dann auch vonnöten, den wie bei RE Titeln üblich, ist die Munition nur rar gesät und die Gegner stellen sich teilweise in ganzen Mobs Chris Redfield in den Weg, klettern durch fenster, über Dächer und Zäune und nur eine gezielte Ladung Blei kann die Kameraden stoppen.
Dabei ist die KI der Gegner, die inzwischen alles andere als schlurfende Zombies sind, wirklich gelungen. Sie weichen aus und versuchen stets den beiden Protagonisten wenn möglich in den Rücken zu fallen. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass man nicht gleichzeitig laufen und schießen kann. Das hat allerdings einen Grund, denn mit dieser „Behinderung“ steigert man einfach die Gefährlichkeit der Gegner und somit auch den Nervenkitzel für die Spieler.
Doch auch die Steuerung bietet ein paar Neuigkeiten, so kann man zwischen vier verschiedenen Einstellungen wählen und vor allem kann man sich jetzt (zumindest gehend) auch seitwärts bewegen.

Obwohl die KI von Chris’ Partnerin sehr ordentlich ist, macht RE5 einfach mehr Spaß, wenn über das Internet ein Freund (oder auch ein fremder Mitstreiter) an seiner Seite kämpft.
Zu zweit ist die Monsterjagd einfach viel motivierender und man merkt einfach nach einer Zeit, dass sich die Scharen der Gegner einfach besser in Schach halten lassen, wenn man sich mit einem menschlichen Partner eingespielt hat.
Während man sich so seinen Weg durch die Zombiehorden ballert, findet man neben der lebenswichtigen Munition und Kräuter, auch Gold und besondere Gegenstände, die man zwischen den Kapiteln verkaufen kann, um seine eigenen Waffen zu pimpen oder um Gegenstände zu kaufen.
Jeder Charakter hat neun Slots in denen er Waffen, Erste-Hilfe oder Munition verstauen muss.
Dank der Schnellwahl (über das Steuerkreuz) kommt man auch im Kampf rech schnell an das gebraucht Objekt.

Der Levelaufbau bei RE5 ist sehr geradlinig und lässt kaum Freiheiten. Auch auf Rätsel wurde größtenteils verzichtet und das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf die Action. So muss man sich keine große Gedanken machen, wohin man nun gehen soll, denn alle Wege führen zum Endgegner … und die haben es sich wirklich in sich. Schon die „normalen“ Monster, die sich Chris und Sheva entgegenwerfen, können sich wirklich sehen lassen, obwohl sie mit den genretypischen Zombies nicht wirklich mehr viel gemeinsam haben: in RE5 können die Untoten mit Waffen umgehen oder Motorrad fahren.
Für Abwechslung sorgen ein paar Fahrzeugeinsätze, bei denen man zum Beispiel mit einem schweren MG auf Motoradzombies schießen muss.
Die Optik von „Resident Evil 5“ gehört zum besten, was es im Moment auf der PS3 gibt. Die wird dank der Capcom Grafikengine MT Framework auf den Bildschirm gezaubert und strotzt nur so vor Details. Die Animationen der Charaktere wirken verdammt lebensecht und während man durch die typisch afrikanischen Dörfer läuft, kommen einem unvermeidlich Bilder aus den Fernsehnachrichten oder Filme wie „Hotel Ruanda“ oder „Black Hawk Down“ vor Augen.
Besonders die Licht und Schatteneffekte sind wirklich sehr beeindruckend und lassen die Areale sehr realistisch wirken. Doch nicht alles was glänzt, ist auch Gold und so ist es auch bei dieser Grafikperle, denn oftmals wirken die einzelnen Bereiche sehr starr. Es gibt zwar gelegentlich eine Ratte, die vor Chris wegläuft, aber sonst bewegt sich nicht wirklich viel. Beispielsweise hängen gelegentlich mal Teppiche an Wäscheleinen, die so bewegungslos erscheinen, als hätte man bei der Wäsche eine ganze Packung Stärke benutzt und auch die Flora oder andere Bestandteile der Umgebung sind extrem leblos. Hier hätte man sicher mit ein wenig mehr Liebe zum Detail, die Szenerie lebendiger gestalten können.
Der absolute Hammer sind die Zwischensequenzen die sich sowohl in der Choreographie der gezeigten Kämpfe, wie auch in „schauspielerischer“ Hinsicht – also die Mimik und Bewegungen der Charaktere – vor keinem Hollywoodfilm verstecken brauchen.

Auf ähnlich hohem Niveau wie die Grafik, bewegt sich auch die Soundqualität bei RE5.
Was daran liegt, dass die (englische) Synchronisation sehr gut geworden ist, und das Spiel mit einem Dynamischen Sound-System daher kommt, so dass sich die Akustik den äußeren Umständen anpasst. Sehr schön sind auch die gelegentlichen Zombiegeräusche, die der gefahrvollen Atmosphäre des Spiels sehr zu gute kommt.
„Resident Evil 5“ ist keine Revolution des Serie, aber es zeigt in welche Richtung die Resident-Evil sich scheinbar entwickelt: weniger Grusel, dafür mehr Action.
Obwohl es in manchen Belangen zwischen zwei Stühlen sitzt, kann RE5 durch die beeindruckende technische Präsentation und die ansprechende Story auf ganzer Linie überzeugen. Neben Killzone 2 ist RE5 sicher das Highlight 2009 und das Jahr ist ja noch jung.
Nachtrag:
Eine bittere Pille hingegen ist die Tatsache, dass (Stand 08.04.09) der zusätzliche Mehrspieler-Download-Content in Deutschland nicht erscheinen wird, weil die deutsche USK keine Freigabe dafür erteilt hat. Diese Entscheidung hinterlässt bei mir zumindest einen bitteren Beigeschmack und das Gefühl „man müsse mal wieder etwas tun“. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass RE5 (zu recht) ab 18 Jahre freigegeben ist und man somit vor allem die erwachsenen Spieler schneidet.
Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
Typisches Erwachsenenspiel in Idee, Konzept und atmosphärischer Umsetzung, zumeist mit einem hohen Grad an virtueller Gewalt gegen menschlich gestaltete Spielfiguren.

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